Home sweet home

Sonntag, 08.07.2012

Freitag Morgen bin ich wieder gut in München gelandet. Der Flug war sehr angenehm, das Flugzeug war höchstens zur Hälfte gefüllt und so konnte ich mich ein wenig ausbreiten zum Schlafen. Und zum Frühstück gab es dann Spagetti mit Shrimps :D.

Mit strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel, welchen ich so vermisst habe, wurde ich in Deutschland begrüßt. Und Richtung Ländle wurde es dann leider immer regnerischer. Aber wenigstens braucht man hier nicht bei jedem Regentropfen gleich einen Regenschirm, wie in China aufgrund des sauren Regens. Und Samstag war dann ja gleich Traumwetter zum Baden gehen :).

China war echt ein Erlebnis. Ich habe viel Neues kennengelernt, tolle Sachen gesehen und bin auf jeden Fall um viele Erfahrungen reicher. Ich denke, ich werde auch auf jeden Fall mal wieder zurückgehen, muss aber auch sagen, dass ich mir nicht vorstellen kann für längere Zeit dort zu leben, dafür ist es doch zu anders und die Sprachbarriere zu groß.

Lotus Hill, Chunyangguan & Museum

Mittwoch, 04.07.2012

Gestern, Dienstag, sind Carina und ich zum Lotus Hill. Der ist „ein wenig“ außerhalb der Stadt und der Name Programm. Wir haben uns also bei der U-bahn Station getroffen und gedacht, das steht dann bestimmt alles toll angeschrieben. Dabei haben wir leider wieder einmal die Chinesen überschätzt. Nach langem Durchfragen kamen wir dann zu einer Englisch-Sprachschule. Die waren dann total nett und eine hat uns sogar zu einem Busbahnhof begleitet und uns in den richtigen Bus gesetzt. Dann ging es zuerst einmal 1 Stunde weiter in die Vororte der Stadt, bis wir den Hügel erreichten. Aber die ganze Prozedur war es definitiv wert. Auf dem Hügel war eine wunderschöne Parkanlage und wie der Name schon sagt, viele Lotusblumen, aber seht selbst:

 Ausblick von der Pagoda

Zum Abschluss sind wir dann noch in den Pizza Hut essen gegangen. Lustig hierbei, dass Pizza Hut hier nicht einfach eine Fast Food Kette ist, sondern ein richtig schickes Restaurant und es neben Pizza auch Nudelgerichte, Reisgerichte und sonstige chinesische Speisen gibt.

 

Mittwoch haben wir uns zuerst den Chunyangguan Tempel angeschaut:

 

Anschließend sind wir ins Western Han Nanyue King’s Tomb Museum. Das Museum war zweigeteilt: Es gab eine sehr große Kissen Ausstellung. Und zwar Kissen aus Stein, Porzellan, etc. (ob das wohl wirklich bequem ist/war??) und dem Grab und den Grabschätzen des Königs:

Kissen aus dem 12./13. Jahrhundert Grabstätte Museum Jade Scheiben, die dem Grab beigelegt wurden, um die Seele zu schützen

 

Um unseren letzten Aktionstag gut abzuschließen, ging es noch einmal auf die Beijing Lu, die Shoppingstraße in Guangzhou.


Morgen werde ich nur noch zum Abschiedsmittagessen mit Carina gehen und packen, denn morgen Abend geht schon mein Flieger Richtung Heimat! :)

Mein letztes Wochenende in Guangzhou

Montag, 02.07.2012

... das war sehr toll :) Freitag Abend bin ich (schon wieder ;) ) mit Danielle und Lisa in die Tekila – All you can drink – Bar und anschließend ins „Catwalk“ – ist wohl DER Club in Guangzhou und recht schwer zum reinkommen. War dann auch ziemlich cool da drin.

ich mit Lisa (aus Österreich) und Danielle (USA) im Catwalk eines unter vielen der Maskottchen

Samstag bin ich zu Carina gefahren und wir haben uns eine Beautysession gegönnt: Maniküre und Pediküre. Und das um umgerechnet 5€! :) Anschließend sind wir noch in eine Studentenbar auf eine Abschiedsparty gegangen. War sehr lustig.

Sonntag war dann wieder ein bisschen dem Sightseeing gewidmet: Zuerst zum Peoples Park wo wir wieder mal Chinesen beim Singen und Tanzen beobachten konnten und dann zur größten katholischen Kirche Guangzhous. (und man beachte den strahlend blauen Himmel – habe ich so das 1. Mal in 2 Monaten GZ gesehen!) Und zum Abschluss haben wir uns noch gutes deutsches Essen in einem Deutschen Restaurant gegönnt.
Am Abend sind wir noch zum Partypier in der Hoffnung, dass wegen dem anstehenden EM-Finale (yuchuu Espana!!) auch am Sonntag was los sein wird. Es waren zwar einige Leute da, aber komischerweise kam in den wenigsten Bars Musik?! Somit war das nur ein kurzer nächtlicher Ausflug.

eine ein Sacred Heart Church und mal wieder alles bunt beleuchtet

Montag war dann noch einmal big shopping mit Carina, Danielle und Ariana (auch aus den USA) angesagt: 6 Stunden Powershopping und trotzdem noch lange nicht alles in dem Einkaufszentrum gesehen!! Das zeigt eindeutig wieder einmal wie groß hier alles ist.

China meints grad nicht so gut mit mir...

Donnerstag, 28.06.2012

... wird wohl Zeit, dass ich nach Hause komme.

 

Zuerst fällt der Shanghai Trip flach, weil es 10 Tage vor unserer geplanten Abfahrt, an ALLEN 3 uns möglichen Tagen zu KEINER Uhrzeit mehr Zugtickets gibt!

Dann gibts denn super tollen FlipFlops Laden nicht mehr, der vor genau 1 Woche noch eine große Auswahl hatte (ja, zugegebenermaßen ein kleineres Problem)

Aber jetzt die Härte: Ich habe irgendwie 700 CNY Falschgeld aus dem Bankomat bekommen! Das sind knapp 90€ die ich jetzt in den Müll werfen kann. Was soll denn das!! Und ich frag mich wie hier überhaupt Falschgeld in den Umlauf kommen kann, wenn jeder Verkäufer die Scheine so genau anschaut... Gemein, gemein, gemein.

 

Aber es gibts ja auch gute Nachrichten: 

in Guangzhou gibts ja eig eh noch genug zu sehen. 

jetzt hab ich halt 2 Sonnenbrillen, anstelle von Flipflops

und morgen ist mein letzter Arbeitstag :)

 

verlängertes Wochenende: Dragon Boat Festival

Dienstag, 26.06.2012

Letzten Freitag-Sonntag war hier Feiertag, und zwar das Dragon Boat Festival. Bei diesem Feiertag gedenkt man einem Dichter, der sich vor Hunderten Jahren aufgrund erlittenen Unrechts in einem Fluss ertränkt hat. Gefeiert wird das mit Drachenboot-Rennen. Morgens früh um 8 wurde ich schon von laut knallenden Feuerwerksknallkörpern (keine Ahnung was das war, aber die waren extrem laut und erzeugten extremen Rauch) und rufenden Menschen geweckt. Also bin ich aufgestanden um zu schauen was da los ist: Die Rennen haben begonnen. Freitag war aber wohl eher nur ein Trainingstag, richtig viel los war dann am Samstag morgen. Nur um mal die Geräuschkulisse zu verdeutlichen: ich konnte keinen Film anschauen, in meinem Zimmer im 16.Stock, weil ich die Hälfte nicht verstanden habe.

Freitag Abend war dann mal wieder Party angesagt. Gestartet haben wir wieder in diese All-you-can-drink Bar und sind dann weiter zum Partypier. Der ist echt ziemlich cool: Direkt am Fluss und ein Lokal nach dem anderen. Und nur 20 Min. zu Fuß von meiner Wohnung entfernt :) – somit hab ich 1€ für das Taxi gespart (haha) und bin nachhause gelaufen und hatte dabei diesen tollen Ausblick von der Brücke aus:

Samstag war recht unspektakulär, weil es denn gesamten Nachmittag in Strömen geregnet hat. Sonntag Nachmittag bin ich zu Shamian Island gefahren. Das ist eine kleine Insel (0,3 km²) mitten in der Stadt. Vom 18. bis Mitte des 19. Jahrhunderts war Shamian der einzige Ort in China, an dem westliche Kaufleute ihre Lagerhäuser und Fabriken errichten durften, weshalb die Architektur teilweise sehr europäisch ist. Es gibt also viele alte Gebäude, kleine Parkanlagen und Alleen und eine kitschige katholische Kirche:

 

Abends bin ich dann noch ein wenig am Pearl River entlang spaziert um endlich mal ein paar tolle Fotos bei Nacht zu machen:

  Blick auf die Messe (das blau leuchtende links) und den Party Pier (rund um den leuchtenden Turm)

Bettina allein in Beijing

Donnerstag, 21.06.2012
Da ich ja vor einigen Wochenenden auf einer Messe gearbeitet habe, hatte ich nun 2 freie Tage unter der Woche und die hab ich genützt um von vergangenem Samstag bis letzten Dienstag nach Peking zu fliegen. Und es war richtig, richtig, super toll :) Ich hoffe ihr habt ein wenig Zeit zum Lesen, denn ich denke, dass wird wohl ein langer Eintrag werden und der Übersichtlichkeit halber, hab ich das ein wenig nach Tagen und Sehenswürdigkeiten unterteilt:

Samstag, 16.06.
Als ich den Flug gebucht habe, hab ich mich sehr gefreut, dass es einen um 8:30 Uhr gibt, damit ich wirklich noch was vom Tag in Peking habe. Was ich dabei nicht bedacht habe, dass ich ja mit der U-Bahn 1 Stunde unterwegs bin und die U-Bahn erst ab 6:20 Uhr fährt. Glücklicherweise ist hier ja das Taxi recht billig und ich bin morgens um 6 Uhr um 15 Euro quer durch die halbe Stadt gefahren und das gleich mit DJ Ötzi beim Einsteigen (den kennt man sogar in China?!?) Flug war gut, nur Gemüsereis zum Frühstück war dann doch nicht so meins. ;) und 3 Stunden später bin ich bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel (juchuuu, das gibt’s in Guangzhou so gut wie nie!) gelandet.
Das Hostel hab ich schnell gefunden und war gleich total begeistert. Es liegt in Mitten einer Hutong Gegend, hat ein nettes Cafe/Restaurant dabei und einen tollen Innenhof. Das Bett im 6-er Schlafraum war auch total ok und für 6€/Nacht (!!!) hätte mich durchaus minderes erwarten können. Hutongs sind sogenannte Hofhäuser und sind sehr berühmt in Peking. Von der Straße aus sieht man nur die Mauern der Hofhäuser, aber auf der anderen Seite der nur 1- oder 2-stöckigen Häuser ist ein Innenhof.
Hutong Restaurant im Hostel

Was ich gleich sehr eigenartig fand: Bei der U-Bahn muss man durch einen Security Check gehen, sprich die Tasche durch so ein Gerät, wie auf dem Flughafen, lassen. Krasse Sache. Die Personen selbst werden jedoch nicht durchgecheckt – Logik?

Danach gings gleich mal los ins Stadtzentrum zum wohl wichtigsten Platz:
TIAN’AN-MEN-PLATZ

Das ist der „Platz des himmlischen Friedens“ und im Prinzip einfach eine große Betonfläche mitten in der Stadt. Rundherum sind einige Museen, das Mausoleum von Mao und auch das Zhengyang Men Tor. In diesem befindet sich ein Museum zur Geschichte Pekings und ich hab mir das dann auch angeschaut. Innen drin war auch eine Kunstausstellung und eine Chinesin hat mir alle Bilder sehr genau und detailliert erklärt und wiederholt betont, dass diese von jungen Künstlern sind, die Unterstützung benötigen. Viele Bilder waren wirklich schön, chinesische Zeichen oder einfach nur Bilder eines Platzes an der Natur, in allen vier Jahreszeiten. Nur mit Mühe konnte ich mich davon machen, ohne was zu kaufen.

Anschließend gings zur
VERBOTENEN STADT

Auf dem Weg dahin, hat mich wieder eine Chinesin abgefangen und wollte mir eine Kunstaustellung zeigen. Ich hab ihr gleich von vornherein gesagt, dass ich nichts kaufen werde, aber das war dann ok. Sie hat sogar meinen Namen in chinesischen Schriftzeichen gemalt:
 die drei kleineren Zeichen ganz rechts bedeutet

Komischerweise waren bei dieser Ausstellung teilweise dieselben Bilder wie in der davor – jaja die jungen Künstler die Unterstützung brauchen… Dann gings aber wirklich rein in die Forbidden City. Und ich war sehr überrascht wie riiießig das alles war. Nach jedem Haus/Tor kam ein nächstes. Aber wirklich toll, auch wenn ich fast zu wenig Zeit hatte, mir alles wirklich genau anzuschauen. Die Verbotene Stadt ist das Herz von Peking. Die Anlage wurde 1420 fertiggestellt und 24 Kaiser regierten fast 500 Jahre lang von dort aus. Erst 1949 wurde sie zum ersten Mal der Öffentlichkeit zugänglich.
mit Blick auf Eingangstor der Forbidden City Löwe bewacht Eingang und das eigene Junge unter der Pfote Der Drache mit 5 Klauen repräsentierte die Macht des Kaisers und konnte deshalb nur kaiserliche Gebäude schmücken

Mein meistgesprochener Satz an dem Tag war definitiv „Could you please take a photo of me?“ So kam ich auch ins Gespräch mit einer Australischen Oma. Das war sehr nett und sie hat mir erzählt wo sie schon überall herumgekommen ist usw. Witzig fand ich besonders, dass bei ihr Australia auch schon mit Austria verwechselt wurde. Also dass find ich ja mal toll, hätte nicht gedacht, dass jemandem Österreich geläufiger ist als Australien ;).

Kaum aus der Forbidden City raus, standen da Unmengen an Leuten, die Taxi oder Rikscha Fahrten oder sonstiges angeboten haben. Schnell weg, solche Leute nerven nämlich, weil sie einem wirklich nachrennen und teilweise sogar an der Hand ziehen. Nach einigen Minuten laufen, hat mich dann wieder so ein Rikscha Fahrer angequatscht. Woher ich denn komme etc. Dann hat er gemeint, ja Àodìlì (=Österreich auf chinesisch) ist super, du so hübsch, nur 3 money. 3 Money? 3 Yuan meint der wohl, auch wenn das schon sehr, sehr günstig wäre (40 Cent). Als ich nachfragte, ja klar 3 yuan meint er. Na gut bin ich aufgestiegen und er für chinesische Verhältnisse sehr human gefahren. Quer durch die Hutongs, und hat mir manches dazu erklärt, dann zu einem versteckten Tempel und dann ließ er mich irgendwo in einer kleinen Gasse aussteigen, mit dem Vermerk, dass gleich ums Eck der Tian’an Men Platz ist (war er auch). Aber: Ich will ihm das Geld geben, nein das sei zu wenig. Bitte, was? Zieht er einen Zettel raus mit seinen Preisen. 300 Yuan (= nicht ganz 40€)! So ein Idiot! Hab ich ihm so gut wie es seine Sprachkenntnisse zuließen eine Szene gemacht. (Ich weiß, manche können sich mich bestimmt nicht sehr böse vorstellen, aber das fand ich wirklich unverschämt, weil ich ja extra nachgefragt habe). Hat er mir vorgeworfen, ich mach ja Urlaub, das heißt ich hab viel Geld und eine moderne Digitalkamera hab ich auch, bla bla bla. Schlussendlich hab ich ihm 100 CNY bezahlt, war dann aber ganz schön sauer auf den.

ABEND

Anschließend bin ich noch ein wenig durch einen Park und die Straßen gegangen, um dann rechtzeitig zum Free BBQ im Hostel zu sein. Ja, da gabs einfach eine gratis Grillerei am Abend! Ich hab mich dann zu Belgiern, Franzosen und Kanadiern gesetzt. War sehr lustig, auch wenn das Fleisch und Gemüse schon nach 10 Minuten weg war :).  Die anderen sind dann abundzu ins Französische abgeschweift, aber ich war erstaunt, wie viel ich doch noch verstehe.
netter, kleiner Park
 
Sonntag, 17.06.

HIMMELSTEMPEL

Am Morgen bin ich zum Himmelstempel gefahren. Super toll! Und ebenfalls viel, viel größer als erwartet. Der Himmelstempel ist eine der größten Tempelanlagen Chinas. Hier brachte der Kaiser Opfer dar für eine gute Ernte und betete zur Zeit der Wintersonnenwende zum Himmel und zu den Vorfahren. Der Komplex liegt mitten in einem Park, wo am Morgen viele Chinesen getanzt oder irgendwelche Kampfkünste geübt haben. Sehr amüsant zum zuschauen.
 Himmelstempel Verzierungen innen tanzende Chinesen

OLYMPIC CITY

Einige werden sich wahrscheinlich noch erinnern, dass 2008 die Olympischen Spiele in Peking stattfanden. Dafür hat sich unglaublich vieles in der Stadt modernisiert und eben die Olympic City mit dem berühmten „Vogelnest“ – Fußballstadion ist entstanden. Das war mal eine nette Abwechslung zu den vielen alten, traditionellen Sachen, die ich bisher in Peking gesehen hatte:

SOMMERPALAST

Als nächstes stand die Sommer Residenz des Kaisers auf dem Programm. Dazu hab ich mich mit Tobias, einem Deutschen, den ich in Guangzhou kennengelernt habe und der zufällig genau zur selben Zeit in Beijing Urlaub macht und eine chinesische Freundin von ihm, die deutsch spricht und früher Touristenführungen im Sommerpalast gemacht hat, getroffen. Das war natürlich optimal, da sie sich überall super auskannte und uns gezielt zu den sehenswertesten Orten geführt hat. Das Areal des Sommerpalastes ist nämlich so groß, dass man da auch einen ganzen Tag rumspazieren hätte können.
  Langer Korridor (728m) Geschäftsstraße für die Kaiserin

ABEND

Nach so einem „Hardcore-Sightseeing-Tag“, alle waren beeindruckt, wie viel ich an einem Tag geschafft habe, war ich dann ganz froh im Hostel bekannte Gesichter zu sehen. Helena und Dirick, die Belgier von gestern und ein neu eingetroffener: Alex aus Australien. Wir haben was gegessen und getrunken und verbrachten einen netten, gemütlichen Abend im Innenhof.

 
Montag, 18.06.

CHINESICHE MAUER

Am Montag gings zur Chinesischen Mauer und somit wird ein wichtiger Punkt auf der To-Do Liste abgehakt ;). Übers Hostel hab ich eine Tour gebucht, die Frühstück, Transport und Eintritt für den Mauerabschnitt „Mutianyu“ und anschließendes Mittagessen enthielt. Knapp 2 Stunden Busfahrt und wir konnten die Mauer schon von unten erblicken. Rauf ging es dann mit einem Sessellift und 2 Mädchen, aus Taiwan und Venezuela, haben sich zu mir gesellt. Toll, wenn auch andere alleine unterwegs sind :).
Oben angekommen, war ich überrascht wie hügelig und steil die Mauer ist! Ich hab mir das definitiv flacher vorgestellt und hab auch keine Wanderung, sondern eher einen gemütlichen Spaziergang erwartet. Na falsch gedacht, liebe Bettina – rauf und runter auf Treppenstufen die in der Höhe von 5 cm von bis zu min. 40 cm variierten! Alles in allem ist dieser Teil der insgesamt über 6000 km langen Mauer sehr schön und gut restauriert, wir liefen aber bis zum einen Ende, wo wir einige Ruinen sehen konnten.
Nach gut zwei Stunden Wanderung mussten wir uns langsam wieder auf den Rückweg machen. Und runter ging es mit – das erratet bestimmt niemand – einer Sommerrodelbahn!!! :D wie cool! Leider waren die Chinesen vor mit (wie erwartet) recht langsam. Darum hab ich halt immer ein wenig gewartet um dann Vollgas zu geben. Leider ging das nicht so lange gut, da an beinahe jeder Kurve ein Chinese stand und „slow down“ schrie. (ich nehme mal wieder Bezug auf die „Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen“) Das chinesische Mittagessen war super, super lecker. Ich muss sagen, ich find das ja schon toll, wenn man einfach von allem probieren kann, und nicht nur sein Gericht, wie bei uns, hat…
sooo steil! - Chloe und Maria  

Wieder im Hostel angekommen, habe ich mich zu Alex und Timmy aus Hongkong gesellt. Timmy hat mir dann angeboten, am nächsten Morgen chinesisch frühstücken zu gehen. Na das Angebot ließ ich mir natürlich nicht entgehen. Die Belgier kamen auch gerade von einem anderen Mauerabschnitt zurück und waren ebenfalls sehr begeistert. Die Fotos waren auch echt toll, die Mauer ist mehr verfallen und nicht alles so schön restauriert, aber sieht definitiv auch toll aus.

WANGFUJING DAJIE & JING-SHAN-PARK

Kurz darauf machte ich mich auf zur Wangfujing Dajie, die Shopping Straße in Peking. Dort traf ich mich mit Manuel, dem Praktikanten vom Pekinger Büro. Erst sind wir zum Jing-Shan-Park, von wo man einen tollen Ausblick auf die Verbotene Stadt hat.

Anschließend wollten wir noch was essen gehen. Im Vorbeigehen haben wir einen Food Market entdeckt, also lauter Ständchen die verschiedenstes Essen angeboten haben. Beim ersten gab es dann gleich mal Skorpione am Spieß, die noch gezappelt haben!! und Kakerlaken am Spieß. Jaa…wir sind dann ziemlich schnell umgekehrt :D
 

Dann sind wir in einen Food Court im Einkaufszentrum. Da die um 21 Uhr (?) schon am schließen waren, war die Auswahl begrenzt, aber wir glaubten etwas Gutes gefunden zu haben und deuteten auf folgende Speisen:


Nun ja, wir bekamen das: :D


War auf jeden Fall sehr lustig, war nett die verschiedenen Städte zu vergleichen und über die Eigenheiten der Chinesen zu lachen.

Dienstag, 19.06.

Am Morgen ging ich dann eben mit Timmy, den Belgiern und Toni aus Neuseeland chinesisch Frühstücken: warme Sojamilch, Reissuppe, Tofusuppe und Suppe mit irgendwas. Das irgendwas war schätzungsweise Fleisch umfüllt mit was Nudelartigem. Alles recht gut, aber für den europäischen Geschmack einfach ungewöhnlich am Morgen früh.

LAMA TEMPEL

Dann bin ich noch zum Lama Tempel gefahren und der hat mich vollkommen überfordert: Tausende Chinesen, jeder mit zahlreichen Räucherstäbchen. Diese brannten und werden über dem Kopf geschwenkt um Buddha anzubeten. Ich hatte dabei eher Probleme mit dem Atmen und bekam Kopfweh. Der Tempel an sich war aberschön.

Was mich immer wieder verwundert, wie viele verschiedene Buddha Formen es gibt. Oder wie man manch eine (grauenhaft aussehende) Kreatur anbeten kann:

KONFUZIUS TEMPEL

Der lag gleich ums Eck und deshalb bin ich auch noch kurz rein. Hier war es endlich mal schön ruhig. War ganz nett, aber ich hab jetzt schon so viele Tempel gesehen und irgendwie sehen die halt doch alle ziemlich gleich aus.

ABFAHRT

Daher bin ich zurück zum Hostel, Sachen packen und dann war es eh schon Zeit zu gehen. 12 Uhr Mittags, um 15 Uhr sollte mein Flieger gehen, also perfekt. Als ich dann um 13 Uhr am Flughafen ankam, der erste Schreck: 1,5 h Verspätung! Oh nein.. Aber ich hab schon von anderen gehört, dass Verspätungen in China keine Seltenheit sind und glücklicherweise hatte ich genug Lesestoff dabei. Als ich dann endlich im Flieger saß und dieser 30 Min später immer noch am Gate stand, war ich langsam beunruhigt. Dann kam eh schon die Durchsage, wegen Wetterbedingungen können wir derzeit nicht starten.
Somit wurde dann gleich mal das Essen am Boden serviert... Und wir wurden mit dem Start vertröstet, und vertröstet und ich hätte zählen sollen wie oft es hieß „wir fliegen gleich los“. Dann endlich 4 Stunden nach dem geplanten Abflug erhob sich der Flieger in die Lüfte. Aber dann war auch noch mein Fernseher kaputt. Gemein! Aber ich war froh, dass ich einen so frühen Rückflug gewählt habe, so habe ich wenigstens die U-Bahn in GZ noch gekriegt. 12 Uhr vom Hostel weg, 23 Uhr Ankunft in der Wohnung.. So hatte ich mir das nicht vorgestellt..
Abgesehen von diesem letzten kleinen Zwischenfall war es ein super toller Trip. Dass ich im Prinzip allein unterwegs war, war auch überhaupt nicht schlimm, weil ja meine Sorge die Abende alleine mit Buch im Zimmer zu verbringen absolut unbegründet war ;) Peking ist eine Hammer Stadt und die 3-4 Tage waren weitaus zu wenig um wirklich alles sehen zu können. Die Stadt ist auf jeden Fall einen Besuch wert und ich hoffe, dass mein nächster nicht allzu lange auf sich warten lässt :).

Party, Strand und die Welt sehen – ein gelungenes Wochenende

Dienstag, 12.06.2012

oder: SHENZHEN: vom Praktikant zum Millionär als Fotomodel

Das letzte Wochenende wurde um einen Tag verschoben, da am Samstag wieder eine Messe stattfand, dafür hatte ich am Montag frei.
Da ich erst am Nachmittag im Messezentrum sein musste, eignete sich der Freitag Abend wiedermal hervorragend um die Partyszene in Guangzhou zu testen :) Danielle, eine Amerikanerin, mit der ich mich schon ein paar mal getroffen habe, hat mir immer von der Tekila Bar vorgeschwärmt – somit war das unser erstes Ziel. Mit dabei waren noch ein Deutscher und zwei Österreicher (unglaublich wie viel ich hier Deutsch spreche!) Das Tekila ist eigentlich ein mexikanisches Restaurant, verwandelt sich am Abend aber in eine Salsa Bar mit All you can drink für Frauen von 22-24 Uhr! 2 Stunden gratis Cocktails!! :) Das mit dem Salsa tanzen hat jedoch weniger gut funktioniert, bin wohl zu wenig beweglich in der Hüfte. Danach sind wir noch in einen ziemlich stylischen, aber extrem verwinkelten Club gegangen.

Samstag Nachmittag war ich dann eben auf der Messe und Sonntag Vormittag gings dann mit Carina nach Shenzhen. Shenzhen ist eine 12-Millionen Einwohnerstadt, mit dem Zug knapp 1,5 h von Guangzhou entfernt und liegt direkt an der Grenze zu Hong Kong und am Meer. Besonders wegen letzterem wollte ich unbedingt dahin :) Nach dem Einchecken im supertollen, supergünstigen Hostel wollten wir uns auf zum Strand machen und glaubten der Rezeptionistin kein Wort, als sie gemeint hat, der Strand ist viel zu weit weg, da fährt man ja 2 Stunden. Unser Plan war also uns zum Strand durchzufragen. Tja, wer hätte gedacht, dass nur wenige Kilometer von Hong Kong weg KEIN Mensch mehr nur ein Wort Englisch sprechen kann?? Nicht mal in den 2 Hotels in die wir extra fragen gegangen sind?! Irgendwie haben wirs trotzdem geschafft und kamen (nach 2 Stunden.. ^^) am Strand an.

Der Sand war ein Traum, das Wasser auch ganz ok (abgesehen von einigen Plastiktüten – die Chinesen haben die Mülltrennung einfach nicht so drauf), aber Unmengen an Menschen!! Und Unmengen an fotowütigen Chinesen. Wie oft wir an dem Strand fotografiert wurden, ist nicht normal! Wir haben dann rumgescherzt, wenn dir nur 10 Yuen (ca. 1,2€) für ein Foto verlangen würden, könnten wir uns ja fast den Aufenthalt wieder rein verdienen ;) Es liegt ev. nicht nur am westlichen Aussehen, sondern auch daran, das außer uns kaum Frauen in Bikini rum lagen. Wann dann nur im Tankini, großteils aber einfach in normaler Kleidung. Naheliegende Erklärung: Die wollen nicht unnötig braun werden. Trotzdem freute ich mich wie ein kleines Kind im – wie ich fälschlicherweise angenommen habe – Pazifik zu baden! Es war das Südchinesische Meer, ein Teil des Chinesischen Meers, welches Randmeer des Pazifischen Ozeans ist. Also ja quasi doch fast im Pazifik ;)

viiiiele Menschen

Der Rückweg stellte sich dann als ein wenig schwieriger dar, weil der Bus eine andere Route fuhr und wir keine Ahnung hatten, wo wir wieder aussteigen sollten. Als uns dann die Ticketverkaufdame (ja, die rennt im Bus rum und alle die neu zugestiegen sind müssen sagen wohin sie fahren und den entsprechenden Betrag bezahlen (Verweis hierbei auf die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen in einem meiner ersten Einträge) ), angefangen hat uns fast anzuschreien, sind wir schnell raus, weil wir wohl zu weit gefahren sind ^^. Nach einem leckeren Abendessen gings dann nur noch ins Bett.

Montag früh machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg zum „Window of the World“. Das ist ein Themenpark, bei dem über 130 touristische Attraktionen auf rund 48 Hektar in Miniaturform nachgebaut wurden. (jaja, im kopieren sind die Chinesen recht gut) Der Park war wirklich super schön angelegt und wir verbrachten 4,5 Stunden da drin. Aufgeteilt auf die verschiedenen Kontinente konnte man zahlreiche Sehenswürdigkeiten bewundern. Jedoch gerade bei denen in Europa, die wir selber schon gesehen hatte, waren wir dann doch nicht immer ganz sicher, ob die jetzt gerade die richtigen Farben etc getroffen haben ^^ Hier einige Impressionen - Name und Maßstab (soweit mir bekannt) direkt beim Bild:

Eingang Window of the World Eingang U-Bahnstation Taj Mahal, Indien, 1:6 interessanter Brunnen... Italiaaa - Venedig Kölner Dom, 1:15 Schiefer Turm von Pisa, 1:15. Dasselbe Bild mit dem echten ist doch ein wenig imposanter ^^ Frankreich: Fontaine de l'Observatoire (1:1), Triumphbogen (1:3) und Eiffelturm Buckingham Palace, England, 1:15 Alhambra, Spanien Tower of Kuwait, Kuwait, 1:15 und die Sphinx darf natürlich nicht fehlen Niagara Fälle wenn ich die netten Herren in den USA schon nicht zu Gesicht bekommen werde, hab ich sie wenigstens in China gesehen ;) Manhatten Osterinseln, Chile und im Hintergrund Cristo Rei in Brasilien ein Indianer Dorf gab es auch

Mein Highlight war ja die Alps Halle: eine Eislaufhalle und eine Halle zum Schifahren!! Leider wars sehr teuer und der „Schnee“ sah schon recht verbraucht und eisig aus.

  links Schilift, rechts Rodelbahn

Kaum aus dem Park raus, begann es (mal wieder) zu regnen. Trotzdem machten wir uns auf den Weg zur Uferpromenade, was auch wirklich sehr toll war. Anschließend sind wir noch ein wenig ziellos in die Stadt gefahren und haben das ein oder andere Gebäude gesehen. Abends gings dann wieder mit dem Zug zurück nach Guangzhou.
Toll wars, wenn auch fast zu kurz.

mein Highlight bei der Arbeit

Donnerstag, 07.06.2012

Am Samstag ist wieder eine Messe über die Lichtindustrie, Solarenergie, etc. Da im Programm ein 1-stündiger Vortrag über Österreich enthalten ist, war es meine Aufgabe ein bisschen zu recherchieren, was die österreichischen Unternehmen in diesem Bereich so machen. Ein Punkt war z.B. dass jedes 7. Einfamilienhaus in Österreich eine (kleine) Solaranlage besitzt. Eine chinesische Mitarbeiterin hatte die Aufgabe dieses dann auf chinesisch zu übersetzen. Sie kam bis zu den Einfamilienhäusern. - "Das gibts in China nicht, dafür gibts nicht einmal ein Wort." tjaa.... :D

Wochenendtrip nach Hong Kong

Mittwoch, 06.06.2012

Samstag Morgen, Treffpunkt mit Carina 7:30 Uhr am Bahnhof. Sollte perfekt passen, denn der erste Zug Richtung Hongkong fährt eine Stunde später. – Tja falsch gedacht.. Wir sind zum Ticketschalter und haben uns gefreut, dass wir problemlos ein Ticket kaufen konnten. Bis wir das dann genauer betrachtet haben: Das Ticket wart erst für den 3. Zug - 2 Stunden später. Hier ist es nämlich so, dass jedem ein fixer Sitzplatz zugeteilt wird, was ja auch gut ist. Nur haben wir alles wohl ein bisschen zu optimistisch berechnet.

Nach unserer gezwungenen Frühstückspause mussten wir zuerst durch den Zoll. Hongkong gehört ja nicht wirklich zu China und gerade bei der Grenze sind sie da sehr genau. Das war wie in Macau auch schon wirklich ein wenig wie am Flughafen: Wartezone, Passkontrolle, Zollkontrolle, Departure Card ausfüllen etc.. 2 Stunden Bahnfahrt später haben wir uns auf die Suche nach dem Hostel gemacht und auch prompt gefunden. Das Hostel befand sich mitten in der Stadt, in einem großen Gebäude, das voller verschiedener kleiner Hostels ist. Im Erdgeschoss gibt’s einen Markt, wo bestimmt das eine oder andere gefälschte Stück gefunden werden könnte. Glücklicherweise wurden wir bei der Buchung gewarnt, keinem im Erdgeschoss zu trauen, denn wir wurden prompt angesprochen wo wir denn hin müssen. Ich hab das eh auch im Internet gelesen: Die sagen, sie wollen dich zu deinem Hostel bringen und bringen dich stattdessen in ihr eigenes und verlangen dann natürlich auch andere Preise.. Hostel schnell gefunden. Zimmer begutachtet – Klein aber fein und unsere Sightseeing Tour konnte starten.

Erstes Ziel: Der Giant Buddha. Auf dem Weg dahin sind wir gleich mal in die Luxus Einkaufsstraße gekommen. Besonders amüsant fand ich, dass es vor Chanel eine wirkliche Warteschlange zum reingehen gab! Hier erkennt man somit gleich, dass der Hongkonger Lebensstandard höher ist. Weiters entdeckten wir einen Eislaufplatz mitten in einem Einkaufszentrum! (???!)

Eislaufplatz!?

Bald darauf waren wir dann in der Nähe des Buddhas. Der bronzene Buddha liegt auf einer Bergspitze und ist die weltgrößte freistehende Buddhastatue in sitzender Haltung, eine der fünf größten Buddha-Statuen in China und das größte buddhistische Monument in Hongkong. Wir sind mit einem Bus auf den Berg raufgefahren und die Fahrt glich ziemlich einer Berg- und Talfahrt im Freizeitpark. Aber war toll. Hätte nicht erwartet, dass es in Hongkong so viel Natur gibt! Da wir erst um ca. 18 Uhr oben waren und das eigentlich um die Zeit schließt, waren kaum mehr Leute da und wir konnten tolle Fotos machen:

Kloster beim Buddha oben

Ich hätte das gar nicht bemerkt, bis mich Carina auf das Hakenkreuz auf der Brust des Buddhas aufmerksam gemacht hat. Haben wir zuhause natürlich sofort gegoogelt: Dieses steht in China für langes Leben und Überfluss.

hier erkennt man das Hakenkreuz ein wenig

Besonders gewundert haben wir uns über die Maßnahmen, die die Chinesen treffen, um die Besucher zu „verjagen“: Hunde und Stiere frei rumrennen zu lassen!? Die können ja auch einfach sagen wir sollen gehen…

Anschließend sind wir zum Peak gegangen. Anscheinend DER Aussichtspunkt in Hongkong. Bzw. besser gesagt das Aussichts-Einkaufszentrum :D Mit einer alten Bahn, mit teilweise einer Steigung von 27% (!) fuhren wir den Berg hinauf. Leider hat es in der Zwischenzeit angefangen zu regnen. Einen kurzen Moment hatten wir einen tollen Ausblick, dann ist leider auch der Nebel gekommen. Somit sind wir zurück ins Hostel und haben den Tag mit den zwei Hongkong Highlights beendet.

Einkaufszentrum am PeakAussicht auf die Skyline

Am nächsten Morgen haben wir während des Frühstücks den Sonntag geplant. Start war die nahegelegene Avenue of Stars. Das ist sowas wie der Walk of Fame in Los Angeles. Ebenfalls Sterne mit Namen, Handabdruck und Unterschrift. Jedoch waren die einzigen uns bekannten Stars Bruce Lee und Jackie Chan. Mehr beeindruckt hat uns daher die Aussicht auf die Skyline von Central Island (so heißt der Stadtteil auf der anderen Insel):

Anschließend sind wir zum Mongkok Market. Obwohl Market meiner Meinung nach ein falsches Wort ist, es war mehr eine große Einkaufsstraße. Und zum Jade Market, dieses Mal in meinen Augen ein „richtiger Markt“ und darum habe ich mir auch gleich einen schönen Jade Armreifen gekauft. Die Verkäuferin hat mir dann noch einen super Trick gezeigt wie man ein Armband einfacher über die Hand bringt. Geb ich bei Gelegenheit natürlich gerne weiter ;). Außerdem wurden wir von einem Mann aufgeklärt, an was man erkennt, dass Jade echt bzw gefälscht ist.

Jade Markt

Der nächste Punkt auf unserer To-do Liste war eine Fahrt mit der „Star Ferry“. Die Fähre brachte uns dann von der (Halb-)Insel Kowloon nach Central. Eine sehr tolle Fahrt, wäre bei Nacht bestimmt auch traumhaft gewesen. Auf Central haben wir uns in den Kopf gesetzt ein bestimmtes Gebäude und Statue zu sehen – nämlich die Golden Bauhinia mit dem Abklatsch von der Oper in Sydney. Und eigentlich sah das auch ganz nah aus. – unglaublich wie so große Gebäude täuschen können. Nach 1 Stunde Fußmarsch haben wir dann aber das Expo-Gebäude, war also doch keine Oper.. ;), und die Statue erreicht:

Golden BauhiniaExpo und Skyline

Auf dem Weg sind wir eigentlich nur quer durch Baustellen bzw an Baustellen vorbei gelaufen. Am nächsten Tag habe ich mir dann von meinem Chef erklären lassen, dass die Inseln künstlich immer weiter zusammen wachsen und dass die wirklich die Inseln aufschütten und somit einfach Dauerbaustelle herrscht.
Später sind wir mit der Fähre wieder auf die andere Insel zurück und haben uns noch ein gutes Essen gegönnt. Dann sind wir gemütlich zum Bahnhof/“Flughafen“ spaziert und sind mit dem Zug zurück nach Guangzhou gefahren.

Hong Kong war ein echt toller Sightseeing Trip und für die kurze Zeit haben wir auch, unserer Meinung nach, wirklich alles Wichtige gesehen. Hong Kong ist schon ein wenig anders wie Mainland China. Gerade auf Central noch moderner, was sich aber auch besonders in den Preisen bemerkbar macht. Aber ich muss sagen, ich finde Guangzhou genauso toll und denke auch dass man hier mehr Möglichkeiten hat. In Hong Kong gibt es zwar bestimmt noch sehr viele tolle Fleckchen, Einkaufsstraßen und v.a. auch Strände zu sehen, aber sobald man die Stadt verlassen möchte ist das echt nervig und zeitraubend mit dem Zoll etc.

Die Eigenheiten der Chinesen - Part 2

Freitag, 01.06.2012

Bei meinem letzten Bericht über die chinesischen Eigenheiten waren doch Großteils aus meiner Sicht eher negative Dinge dabei. Dieses mal ein paar Aspekte, die ich hier besonders lustig finde:

  • Die Chinesen scheinen Medien versessen zu sein: ÜBERALL gibt es Bildschirme, in denen Dauerwerbung läuft: Vor dem Lift, im Lift, im Taxi, im Einkaufszentrum, vor dem Einkaufszentrum, in der U-Bahnstation, etc….:

  • Fahrräder sind auch ein gern benutztes Fortbewegungsmittel hier. Kann ich absolut nicht nachvollziehen. Ich hab ja schon vom starken Verkehr geschrieben. Dass die Fahrradfahrer auf der Straße und nicht auf dem Radweg (es würd eh einige geben) fahren, ist schon sehr üblich. Aber ich hab sogar schon einige male gesehen, wie Fahrradfahrer bei einer 3-spurigen Straße GEGEN die Fahrtrichtung geradelt sind?! Was weiters lustig ist bei den Fahrradfahrern: Irgendwie hat alles Platz auf dem Rad. Ein gutes Beispiel: (Mama, da kannst du dir noch was abschauen!)

  • Viele Chinesen geben sich selbst englische Namen. Ist gerade im Geschäftsleben doch mal ganz angenehm. Nur, wenn einem der Name nicht mehr gefällt und man den öfters ändert, kann das verwirrend sein. Oder wenn man sich selbst den Namen "Apple" oder "Rain" gibt (habe ich kennengelernt!), find ich das dann doch amüsant.
  • Die Essensweise der Chinesen ist auch interessant: Wie man Reis mit Stäbchen essen kann (außer er ist sehr pikig), leuchtet mir ja bis heute nicht ein. - obwohl sich meine Stäbchen-Essenskunst doch sehr verbessert hat. Die Lösung. Schüssel an den Mund und mit den Stäbchen reingeschoben. ja so ist das natürlich einfach.. ;)
    Hier wird ALLES gekocht! Grüner Salat und Gurke hat mich besonders verwundert. Schmeckt aber eigentlich recht lecker. Die Chinesen findens wiederum komisch, dass wir gewisses Gemüse roh essen.
    Derzeit haben wir zwei Übernachtungsgäste in der Wohnung. Mutter und Tochter. Die beiden Essen das Abendessen mit der Gabel und ich bekomm Stäbchen - was läuft denn hier falsch?! :D
  • Das Shoppingleben hier ist ja auch sehr witzig: An jeder Ecke gibts ein Einkaufszentrum. Und teilweise betritt man ein Einkaufszentrum, indem man durch ein anderes geht!! Leider ist der Wechselkurs derzeit so schlecht, dass die ganzen westlichen Marken wie H&M, Esprit, Stradivarious (<3! gibts ja in österreich nicht und war mein Lieblingsladen in Portugal und Spanien) einfach hier um einiges teurer sind. Und auch die chinesischen Shops sind nicht so billig wie ich erwartet hätte. somit sind ausgedehnte Shoppingtouren bisher ausgeblieben.
  • Auf meinem Nachhauseweg komme ich auch an dieser wunderbaren Statue/Skulptur/Monument vorbei. Leider kann ich mir überhaupt keinen Reim darauf machen, was eine Erdnuss (?) vor einer Bank bedeuten soll. Vorschläge und Aufklärungen sind willkommen! :D

   

  • Noch was kopiertes: Alle die schon mal in Lissabon waren, oder die, denen ich davon vorgeschwärmt habe, wissen was Pastéis de Belém sind. Freudig habe ich festgestellt, dass es die in China auch gibt. Nur leider, unglaublich schlecht kopiert. Hat mich aber dafür in dem Wunsch bekräftigt, bald wieder nach Portugal zu wollen. :)

Weinmesse in Guangzhou

Montag, 28.05.2012

oder: Ego-Push auf der Messe
oder: endlich Paaaarty


Was für ein ereignisreiches Wochenende! Fr-So war hier eine Weinmesse auf dem zweit größten Messegelände der Welt! Auf 40.000m² davon fand diese internationale Messe statt. Wir hatten einen kleinen Stand mit Infomaterial über österreichischen Wein und Tourismus in Österreich. Des Weiteren gab es zwei Importeure von österreichischem Wein, auf die ich für Kostproben verweisen konnte.

Donnerstag Nachmittag sind wir schon mal zum aufbauen hingefahren und haben anschließend noch eine andere Weinmesse besucht. Das große Messegelände hat nämlich Hallen von verschiedenen Messe-Gesellschaften und die haben versucht eine Konkurrenzmesse auszutragen – fast genau zeitgleich. (Logik??)

Freitag in der Früh ging es dann los. War im Allgemeinen recht nett, die wenigsten haben Österreich und Australien verwechselt. – Die beiden Ländernamen sind nämlich nicht nur im englischen sehr ähnlich, sondern auch im chinesischen: Àodìlì und Àodàlìyà. Überraschend fand ich auch, dass sehr viele den Eiswein kennen. Die sprachliche Barriere war natürlich wieder einmal ein Problem, weil total viele kein oder nur sehr schlechtes Englisch sprechen.

Von den Ausstellern her, war die Messe sehr international: Neben uns ein Portugiese, gegenüber 2 Franzosen und ein Spanier. Einer der Franzosen hat mir gleich am Freitag den Nachmittag mit leckerem Wein und noch besserem Champagner versüßt. Am nächsten Tag bekam ich Wein von den Spaniern, aber – obwohl das Glas noch nicht einmal leer war – kam der Franzose, hat den spanischen Wein weggeschüttet und mir wieder seinen Champagner eingeschenkt :D. Vom Portugiesen bekam ich leckeren Port-Wein. Der fand mich ja so und so super, nachdem ich erzählt habe, dass ich schon in Porto war und ein halbes Jahr in Lissabon gelebt habe :).
Fotos vom Messegebäude und eins von unserer Halle:

Dann gab es noch einige Mädels, die auf der Messe die verschmutzten Gläser abgeholt und frische gebracht haben. Die waren so süß! Am ersten Tag haben sie nur schüchtern gewunken, am zweiten Tag kamen dann die Fotos und am dritten Tag haben sie mir Schokolade geschenkt. :) Ihre Handycovers fand ich auch sehr lustig.

Eine Gruppe war auch noch sehr witzig: 5 oder 6 Erwachsene Chinesen, die glaub mit jedem einzelnen Ausländer auf der Messe ein Foto gemacht haben. Jeder der Chinesen mit jedem Ausländer! Ob die überhaupt zum Wein probieren gekommen sind?!
Sehr lustig fand ich auch wie die Besucher aus der Messe „vertrieben“ wurden: Eigentlich dauerte die Messe bis 18 Uhr. Ab 17 Uhr wird jedoch die Klimaanlage ausgeschaltet und es wird dementsprechend schnell relativ warm. Zusätzlich kommt ab 17:30 laute, schrille Musik. Das tat richtig in den Ohren weh – voll gemein, weil ich konnte ja nicht einfach rausgehen. Am Sonntag sollte die Messe bis 17 Uhr dauern. Aber ab 14:30 wurde schon zusammengeräumt und die ersten Stände waren um 15 Uhr schon leer..

Da mein Chef einem der Importeure von österreichischem Wein einen Fernsehauftritt organisiert hat, haben die uns Freitag Abend zum Essen eingeladen. So ein richtiges Geschäftsessen wollte ich mir natürlich keinesfalls entgehen lassen! Also rüber zum 5-Sterne Hotel und mal schnell einen Private-Room organisiert. Das ist hier in China sehr üblich, habe ich mir sagen lassen. In großen, luxuriösen Hotels gibt es meist an die 40 Privaträume, die vermietet werden. Wenn man sich einen privaten Raum zum Essen leisten kann, zeigt das natürlich den guten Status. Der Raum war natürlich super schick eingerichtet, sogar eine separate Toilette hat man und natürlich geschätzte 5 extra Kellner. Es war ein großer Tisch für 10 Leute mit einer Drehscheibe in der Mitte. Es ist üblich, dass der Gastgeber für alle bestellt und sich dann einfach jeder nimmt, was er mag – aber erst nachdem der wichtigste Gast den ersten Bissen genommen hat! Besonders interessant fand ich, dass man zu Beginn ein nasses, warmes Handtuch bekam, um sich erstmals die Hände zu waschen. Zum Essen wird Tee und Wein getrunken. Interessant hierbei, dass in das Weinglas immer nur 1-2 Schlücke eingeschenkt werden und die Kellner lieber die ganze Zeit um den Tisch gehen um sowohl Wein als auch Tee immer wieder nachzuschenken. Das Essen selber war sehr lecker bzw wenn es so eine große Auswahl an Speisen gibt, kann man sich die leckeren Sachen herauspicken :) Lustig war auch noch das „Gānbēi“. Einigen hab ich ja erzählt, dass in meinem schlauen Fettnäpfchenführer das natürlich auch erwähnt wurde und bei Geschäftsessen oft praktiziert wird. Es bedeutet „Prost“ und alle müssen mittrinken und am besten auf ex. Aber ganz ehrlich, wenn da nur 1 Schluck im Glas ist, ist das ja lächerlich?!

Zum Egopush bei der Messe: Ich kann das gar nicht mehr zählen, wie oft mir gesagt wurde, wie hübsch ich doch sei. :D Besonders die Augen und die Hautfarbe finden die ja alle umwerfend :)

Samstag Abend dann endlich, endlich der langersehnte Partyabend :). Zuerst habe ich mich mit 5 Deutschen, die ich teilweise bei dem Stammtisch vor zwei Wochen kennengelernt habe, zum Abendessen getroffen. War wieder ganz anders als bei dem Dinner im 5-Sterne Hotel am Abend davor. Das Restaurant war sehr, sehr sporadisch eingerichtet, aber das Essen trotzdem sehr lecker. Später sind noch zwei Chinesinnen, die Deutsch studieren, zu uns gestoßen und wir sind los zum ersten Club. War sehr lustig und die deutschen Jungs tanzen wenigstens ;) (=Anspielung an alle männlichen
Freunde, die beim Fortgehen nur "blöd an der Bar stehen" :P ) Später sind wir in einen anderen Club und kaum drinnen hat ein Chinese mich und zwei andere Mädels unserer Gruppe mitgezogen – direkt in den VIP Bereich! Ziemlich cool. Von einer Galerie konnte man auf den gesamten Club sehen. Die Tische oben waren voller Obst und ein großes Tablett mit vollen Shots-Gläsern. Gut, haben wir halt einen Shot mit den Chinesen getrunken. Sofort kam ein Kellner und hat die Gläser wieder aufgefüllt :D fand ich sehr lustig, hat mich gleich an das Geschäftsessen am Vortag erinnert. Da die Chinesen kein Englisch konnten, war es nicht sonderlich interessant und wir sind wieder runter. Genau richtig zu einem Auftritt eines Chinesen, der zu David Guetta Rythmen auf chinesisch gesungen und getanzt hat. und wie - selten so gelacht! :D Musiktechnisch war ich sowieso seeehr überrascht! Die spielen GENAU dieselbe Musik wie in den Clubs zuhause, nur von der Aktualität sind sie vielleicht ein halbes Jahr hinten. War auf jeden Fall ein lustiger Abend.

tägliches Sightseeing

Donnerstag, 24.05.2012

Ich habe ja schon mal erwähnt, dass ich in einer recht tollen und modernen Umgebung wohne. Und auf dem täglichen Nachhauseweg seh ich auch zahlreiche eindrucksvolle Gebäude etc. Hier ein kleiner Auszug: (wenn man mit der Maus länger auf einem Bild bleibt, erscheint der Titel zum Bild)

Hochhäuser Hochhaus.. Canton Tower und IFC (International Finance Center) Canton Tower und Konzertbühne Oper (das Guangzhou Skyline Liede Bridgedie haben hier die ausgefallendsten Blumendekorationen Museum? Bibliothek? oder sowas in der Art...

Ein wenig Hintergrund Information, für die dies interessiert ;)

Also der Canton Tower wurde erst 2010 fertig gestellt und ist mit seinen 600 m (oke, die Antenne alleine oben hat schon über 100m) der zweithöchste Fernsehturm der Welt und das 4. höchste freistehende Bauwerk der Welt. Aber ich werd demnächst eh mal raufgehen, da gibts oben sogar ein Karussel/Achterbahn oder sowas in der Art, die im Kreis fährt :D dann gibts vermutlich auch mehr Details.
Das IFC (das große, breite, runde) Gebäude, das International Finance Center ist mit 438m das 17. größte Bauwerk der Welt und besteht großteils aus Büros. Außerdem wir gerade ein Four Seasons Hotel in die obersten Stockwerke gebaut - welches dann wohl das luxuriöseste Hotel in Guangzhou sein wird.
Auch das IFC wurde soweit 2010 fertig gestellt, WEIL im Jahre 2010 war Guangzhou der Austragungsort der Asien Spiele (9704 Sportler aus allen 45 Mitgliedsverbänden des Olympic Council of Asia: 476 Wettbewerbe in 42 Sportarten) und dazu wurde u.a. auch diese Konzertbühne (oder ist es dann wohl doch eher ein Sportstadium?! ^^) erbaut. Die sind auch immer noch ganz verrückt danach. Überall hängen noch Tafel von den "Asian Games 2010" mit dem Logo rum.

Im Hintergrund dieser Bilder sieht man meinen Wohnblock - sprich ich seh aus meinem Fenster nicht nur die moderne Architektur der Stadt, sondern auch einen Tempel :) Das erste Bild ist das Eingangstor zu dieser Wohnanlage - es gibt exakt 37 Stück gleiche Hochhäuser hier

Eingangstor Tempel  Tempel

Start in den Tag mit kantonesischem Morgentee

Montag, 21.05.2012

Guangzhou, früher auch bekannt unter dem Namen Kanton, ist sehr bekannt für den Morgentee und die dazu gegessenen speziellen Speisen. Lana, eine Chinesin, die ich beim deutschen Stammtisch vorige Woche kennengelernt habe und Franzi, eine deutsche Freundin von ihr, haben mich in diese kantonesische Tradition eingeführt.

Ich war so überwältigt von allem, dass ich leider ganz darauf vergessen habe Fotos zu machen… Also der Tee wurde aus richtigen Blumen zubereitet. Dafür stand ein Tee-Set auf dem Tisch und man konnte den Tee immer wieder neu zubereiten. Was auch nötig war, weil der Tee aus so kleinen Schälchen getrunken wird, die mit 2-3 Schlücken leer sind. Franzi ist für ein Praktikum schon seit September hier und kennt sich somit auch schon recht aus und darum haben die beiden einfach mal bestellt. – wär für mich sowieso mal wieder unmöglich gewesen, weil die Speisekarte nur auf chinesisch war.

Ich habe mich teilweise schon sehr gewundert was die am Morgen um 9 Uhr alles essen: Ausgesehen hat es wie so Blätter von Spinat oder sowas in die Richtung, aber nicht verarbeitet, sondern einfach nur warm gemacht mit etwas Sojasauce artigem. Schmeckte aber besser als es aussah. Dann gab es noch eine Reissuppe und verschiedene Reis-teig-taschen mit Gemüse und Shrimps. Kuchen und sowas wie überbackene gestockte Milch. Sehr lecker! Das wohl eigenartigste waren extrem eklig aussehende Bohnenmuffins. Die waren schwarz-grau und ich hab mich echt überwinden müssen da reinzubeißen. Überraschenderweiße war der Muffin süß! und super lecker!! Also ja ein voller Erfolg dieses Frühstück, hat mir echt das meiste super gut geschmeckt.

Anschließend sind wir noch auf die „Beijing Lu“ – das ist DIE Shoppingstraße in Guangzhou. Aber ich habe mir diese ehrlich gesagt anders vorgestellt.. Die beiden haben mir dann einige tolle Klamottenläden gezeigt, aber die waren preislich gleich, wenn nicht teilweise sogar teurer, als bei uns daheim. Nichts mit Schnäppchenjagd in China (oder ich hab die richtigen Plätze einfach noch nicht gefunden)…

Danach sind wir noch zur deutschen Bäckerei gefahren und haben dort ein Kuchenstückchen gegessen und ich hab mir auch gleich zwei Kornspitz mitgenommen. Wie in vielen anderen Ländern, gibt es hier nämlich nur sehr weiches Weißbrot… Die Bäckerei läuft überraschend gut, trotz der Lage direkt neben Starbucks und nicht gerade geringen Preisen. In den zwei Stunden die wir dort gemütlich gesessen sind, war ein dauerndes Kommen und Gehen in dem dazugehörigen Cafe.

Zum Abschluss des Tages hab ich mir dann noch einen sehr bekannten Tempel in Guangzhou angesehen: Den Six Banyan Trees Tempel. Das Herzstück der Tempelanlage ist die „Flower Pagoda“. Ein sehr tolles Gebäude: achteckig, mit von außen 9 Geschossen, angeblich innen aber 17 (leider konnte man nicht hinein) und ist 57 m hoch.

Es gab noch einige weitere Gebäude: In jedem mindestens 1 Buddha und viele (Essens-)spenden und viele betende Menschen. Ich fand das ja ganz witzig, wie die mit Räucherstäbchen in der Hand gewedelt und gebetet haben. Was ich nicht verstehe, ist, dass jeder Buddha anders aussah. Muss ich wohl mal googeln. Die Hinweistafeln waren nämlich mal wieder nur auf chinesisch…

Flower Pagoda am beten

Tagesausflug nach Macau

Montag, 21.05.2012

oder: zu viel des Abenteuers

Zuerst einmal für alle die noch nie von Macau gehört haben: Macau ist eine Sonderverwaltungszone der Volksrepublik China und war bis 1999 eine portugiesische Kolonie. Mitte des 16. Jahrhunderts begannen sich die Portugiesen auf dieser chinesischen Halbinsel niederzulassen und Macau entwickelte sich zu einem wichtigen Handelshafen und öffnete so auch China der Außenwelt. Macau lebt heute hauptsächlich vom Tourismus und vom Glücksspiel und wird daher auch das „Monte Carlo des Ostens“ oder „Las Vegas des Ostens“ genannt.

Eigentlich wollte ich zusammen mit Michael die kleine Stadt erkunden, doch er hat mir am Samstagmorgen kurzfristig abgesagt, wegen familiären Dingen.. Na gut, dachte ich mir, fahr ich eben alleine- so viel Zeit hab ich ja nun auch nicht in China und es gibt noch sehr viel anderes zu sehen. Den Bus hab ich schnell gefunden und war begeistert von dem „Luxus-Reisebus“: sehr bequeme Sitze und recht viel Beinfreiheit. Und los gings in einer 2,5 stündigen Fahrt Richtung Macau. Die Fahrt hab ich sehr genossen, weil ich so zuerst noch einiges von Guangzhou sehen konnte und dann die chinesische Landschaft. Und als das Meer in mein Blickfeld gelang hab ich mich gleich umso mehr über meinen Ausflug gefreut.

Die Freude war dann nur sehr schnell vorbei: Mitten in einem mehrspurigen Autotunnel kam auf einmal allgemeiner Tumult auf und alle stiegen aus. Ich war sehr verwirrt – es wird ja nicht mitten in einem Tunnel die Grenze sein?! Mein zweiter Gedanke war dann, dass wohl schnell unsere Pässe kontrolliert werden und der Grenzwächter zu faul ist in den Bus zu kommen. Und so stieg ich auch aus. Aber der Bus fuhr weg!!?! Der Großteil der anderen Fahrgäste war schon weg und ich erwischte zum Glück eine junge Chinesin, die ein wenig Englisch sprach. Die war dann super lieb und hat mich ein Stückchen begleitet: Quer durch ein Einkaufscenter, durch einen Markt, die Treppe rauf und hinten ran an eine seeehr lange Warteschlange. Hier sei also die Grenze. 1 Stunde später war ich aus China ausgereist. Ich schon ein wenig genervt, ist ja alles wertvolle Zeit die von meinem Sightseeing-Trip abgezogen wird und mit einer so langen Zollprozedur hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. In der Schlange hab ich dann eine Amerikanerin getroffen, die hat mich dann aufgeklärt, dass das ja noch lange nicht alles sei, weil ich muss dann ja auch noch nach Macau einreisen. Ah ja.. Einige 100 m ging es dann durch eine Zollfreie Zone mit Duty-Free Läden und daraufhin gelangte ich wieder in eine riiießige Halle zur Einreise nach Macau. Und noch mal eine Stunde warten. Und dann endlich war ich in dem kleinen Staat angekommen. Und in der Zwischenzeit ist die Sonne dem Regen gewichen…

Meine Laune hat sich dementsprechend verschlechtert und ich hab mich nicht nur einmal gefragt warum ich mir diesen Trip überhaupt angetan habe. Aber da ich schon einmal hier bin, wollte ich natürlich auch was sehen. Statt der vermuteten Ankunftszeit um 11 Uhr, war es inzwischen schon nach 13 Uhr also 4 Stunden to go. Der letzte Bus fährt zwar erst um 8, aber wollte spätestens um 5 bei der Grenze sein, falls das beim Ausreisen wieder dasselbe langwierige Prozedere sein wird. Was mir hier gleich aufgefallen ist: Es herrscht Linksverkehr und die Autos bleiben beim Zebrastreifen stehen! Hab mich gar nicht mehr ausgekannt, in Mainland China ist das nämlich undenkbar, da muss man sogar bei grüner Fußgängerampel aufpassen, dass kein Auto kommt.

Dann bin ich losgelaufen. Leider in eine komplett falsche Richtung, wie ich 30 Minuten später festgestellt habe. Ja, hätte wohl die Karte besser vor dem loslaufen anschauen sollen. Aber so hab ich dafür einiges gesehen, was den meisten Touristen bestimmt verborgen blieb: unglaublich viele, sehr heruntergekommene Häuser. Ich hab mir das wirklich anders vorgestellt – wenn das mit Monaco oder Las Vegas verglichen wird, hab ich das schon etwas glamouröser erwartet. Endlich hab ich dann mal die klassischen Touristengegenden erreicht und da sah natürlich alles gleich viel anders aus: Super tolle Häuser, viele kleine Shops und Restaurants und auch sehr portugiesischen Flair. Besonders die mit diesen kleinen Steinen und Mustern erbauten Straßen sehen wirklich genauso aus wie in Portugal und auch alle Straßen etc sind auf portugiesisch angeschrieben. Das hat mich wiederum sehr gefreut und die ganzen portugiesischen Vokabeln sind mir auf einmal wieder eingefallen :)! Und schon von weit weg sah man das berühmte Casino de Lisboa. Und kaum dort angekommen, fühlte ich mich wirklich ein bisschen wie in Las Vegas (nehm ich mal an, kann ich dann Mitte Juli genauer sagen ;) ) : Überall um mich herum diese Luxus Hotels und Casinos und endlich mal ein wenig Luxus-Feeling.

im Inneren des Grand Lisboa

Die Zeit wurde langsam knapp und mein Plan war ja schon 1 Stunde später wieder bei der Grenze zu sein. Darum beschloss ich nicht durch die überfüllten touristischen Straßen zu gehen, sondern etwas außerhalb daran vorbei. Auf dem Weg sind mir besonders die kleinen „Altare“ an fast jeder Hauswand aufgefallen. Oft haben Räucherstäbchen gebrannt und irgendwelche Zeichen waren aufgemalt. Aber auf dem Weg habe ich auch richtig große Buddha Altare gesehen:

Kaum beim Zoll angekommen ahnte ich schlimmstes: Überall Chinesen mit zahlreichen Einkaufstaschen. Glücklicherweise habe ich eine schnelle Schlange erwischt und war dann in gut 30 Minuten wieder in China. Und stand nun verloren inmitten dieses Shoppingcenters (unglaublich wie verwinkelt die alles sind!). Nach einigem Herumirren, hab ich dann doch recht schnell den richtigen Bus gefunden (dank sei meinem Orientierungssinn!), nur hatte ich den gerade verpasst und musste auf den nächsten eine Stunde später warten.

Fazit: sehr nervenaufreibender Tag, hatte ich mir deutlich anders vorgestellt. Die Stadt selber war anders als erwartet, aber die touristischen Flecken waren sehr schön, der portugiesische Flair war toll und ich bin trotz allem froh dass ich die Stadt besucht habe :)

Gesellige Abende: international vs. chinesisch

Freitag, 18.05.2012

Am Dienstag bekam ich auf einmal eine E-Mail auf die Firmenadresse und zwar von Michael, einem Österreicher, der auch hier ein Praktikum macht und meinen Chef und meine Vorgängerin kennt und er hat mich gefragt, ob ich mal Lust habe etwas zu unternehmen. – Ja klar, freue mich ja über jedes neue Gesicht das ich hier kennenlerne.
Mittwoch Abend gingen wir dann zu einem „Networking Treffen“ im Westin Hotel. Ziiiiemlich schick da und in einem Restaurant, im 40. Stock, unter freiem Himmel, waren dann eh schon ein paar Leute. Ein Highlight waren auch die Toiletten-Anlagen: Vor den Waschbecken eine Glasfront mit Ausblick über die Stadt. Super toll! Und auch das Treffen selbst war sehr nett, alle so in den 20ern und hier am arbeiten. Es waren zwar nur ca. 15 Leute und auch fast genauso viele Nationalitäten. War auf jeden Fall wieder sehr interessant zu hören was alle hier machen, was sie hergetrieben hat und die Erzählungen ihrer China-Anekdoten :) Interessant fand ich auch, wie lange manche schon hier sind.

Donnerstag stand mal wieder großes WG-Essen auf dem Plan. 4 Freunde meiner Mitbewohner kamen zu Besuch und Gary hat wieder groß  aufgekocht. War recht gut, aber die fruchtige Nachspeise hat mir doch am besten geschmeckt: frische Lychees und Mangos! Und eigenartigerweise schmeckt mir hier sogar das Bier. Liegt wahrscheinlich daran, dass es irgendwie ein wenig süßlicher ist und nur gut 4% hat. Das Etikett ist auch super „European Taste“ :D
Da das Englisch der Chinesen ja eher… nicht vorhanden ist, hab ich von den Gesprächen nicht allzu viel verstanden. Aber dafür haben sie mir einen chinesischen Namen gegeben: xiānhuā 鲜花, das bedeutet Blume. :) Leider hab ich nicht ganz verstanden, ob das jetzt eine nette Übersetzung meines richtigen Namens ist oder ob sie das einfach nur erfunden haben.

München Feeling in China

Dienstag, 15.05.2012

Heute Mittag war das ganze Büro gemeinsam Mittagessen - und zwar im Paulaner :)
Die Speisekarte war sogar auf Deutsch und es gab typische deutsche Gerichte. Und das Paulaner Bier wird sogar nach Originalrezept vor Ort gebraut. Die Schweinshaxe war echt gut, und das sag ich, die normalerweise kein Schweinefleisch mag. Die Salate auch superlecker und so ein Emmentaler Aufstrich war auch sehr gut. Einzig die Weißwurst war nicht wirklich genießbar und konnte mit der originalen Münchner Weißwurst nicht mal von der Farbe her wirklich verglichen werden und die Laugenbrezel sind auch ein wenig mikrig ausgefallen... ;)
Leider ist mein Foto nicht so schön geworden, daher das kopierte Logo:


Übrigens, wundert euch nicht, dass noch niemand eine Postkarte erhalten hat - HIER GIBT ES NÄMLICH KEINE?!?!? ich halte auf jeden Fall weiter Ausschau, vielleicht find ich ja doch noch irgendwo welche ;)

Baiyun Mountain - oder: auf der Suche nach der Seilbahn

Montag, 14.05.2012

Gestern waren Carina und ich auf dem Baiyun Mountain. DER Berg (bzw Hügel) hier in der Gegend und DAS Sonntags-Ausflugsziel – angeblich. Da das Wetter nicht besonders war, waren auch dementsprechend wenige Leute. Außer dass es eine Seilbahn (von Doppelmayr! ;) ) auf der einen Seite rauf gibt und einen tollen Blick über die Stadt, wussten wir nicht viel über den Berg, da es leider auch im Internet nicht allzu viele Infos darüber gab.

Natürlich schreckte uns das nicht ab und mit der Aussicht auf ein wenig Seilbahn fahren, einem tollen Ausblick und ein paar tollen chinesischen Häuschen etc machten wir uns auf den Berg zu erklimmen. Und wir gingen und gingen und erklimmten… -die Seilbahn kam nicht. Als wir dann auf einer Karte am Wegrand sahen, dass die Seilbahn (noch) nicht mal gekennzeichnet war, waren wir unserer Vermutung fast sicher, dass wir wohl auf der falschen Seite des Berges mit dem Aufstieg begonnen hatten.

Und so gingen wir weiter… Nach einer Regen bedingten Pause (glücklicherweise sind die ja dafür ausgerüstet und es gibt am Straßenrand immer mal wieder so kleine Pavillons), einigen Seen, Wasserfällen, Blumenwiesen, kleineren Aussichtspunkten (mit mehr oder weniger guter Aussicht – siehe Fotos unten) hatten wir dann nach gut 5 Stunden Wanderung den höchsten Punkt des Berges erreicht. Die Aussicht war trotz Regen und Wolken schön und ich konnte sogar fast mein Haus sehen. (ich war zuvor aber ca 1 Stunde mit der U-Bahn unterwegs Richtung Berg!) Leider kommt das auf den Fotos nicht so gut rüber. Also bei Sonne wär das bestimmt unglaublich toll gewesen. Aber wir sind ja langsam hart im nehmen. Darum begannen wir dann langsam mit dem Abstieg. Und siehe da, nach nur einigen Minuten erreichten wir die Seilbahn, die wir dann zumindest für den Weg nach unten nutzen konnten. ;)

Chimelong Resort - Abkühlung inklusive

Samstag, 12.05.2012

oder: die naiven Ausländer sind jetzt nass

Heute waren Carina und ich im Chimelong Paradise, dem angeblich größten Vergnügungspark Chinas. Wir hatten somit einen Europapark vor Augen und waren dann leider von der Größe etwas enttäuscht.. Wenigstens war nicht allzu viel los, somit mussten wir nirgends besonders lange anstehen und das Wetter war auch toll.

Gleich zu Beginn sahen wir eine Wasserbahn, mit der wir auch gleich starten wollten. Im Europapark beispielsweise wird man ja nirgends wirklich nass und im Mirabilandia in Italien gabs genau die selbe Bahn, bei der man zwar nicht trocken blieb, aber jetzt auch nicht allzu nass wurde. Mit diesen europäischen Vergleichen im Hinterkopf, sind wir dann als einzige am Regenmantel Verkauf vorbeigegangen. Bööööser Fehler! Wir waren von Kopf bis Fuß klatschnass! Zum Glück gabs eine Toilettenanlage gleich daneben, wo wir erst mal unsere Kleider ausringen konnten. Witzig wars jedenfalls und da es hier so heiß ist, wars ehrlich gesagt eine nette "Kühlung" und nach einigen Stunden waren wir so und so wieder ganz trocken.

Diese Halfpipe sind wir gefahren und die war echt grenzwertig: auf und ab und hin und her und im Kreis... Zum Glück hat Carina die vermutlich fehlenden TÜV Bestimmungen erst im Nachhinein erwähnt ;).

Bei dieser Bahn saß man auf Motorrädern, fand ich sehr witzig. Und der Startpunkt war dann so ein 0 auf irgendwas km/h.

Ein paar Shows und ein 4D Kino haben wir uns angeschaut und sonst noch einige Bahnen. Aber im großen und ganzen kann es in all diesen Punkten mit unseren Freizeitparks nicht mithalten.. War aber auf jeden Fall mal toll zu sehen. :)
Hier noch ein paar Bilder. Das letzte war bei einer Tanz-Show. So ein unglaublicher High-School-Musical Abklatsch!

 

 

Die Deutschen sind überall ;)

Freitag, 11.05.2012

Gestern war ich beim Stammtisch der deutschen Handelskammer. Die veranstalten 2 mal im Monat ein Treffen für deutschsprachige Studenten und junge Arbeiter. Ich war überrascht wie viele Leute dort waren: zu Bestzeiten bestimmt um die 50. Großteils natürlich Deutsche, viele Chinesen, die Deutsch hier auf der Uni studieren, ein Schweizer und ich. ;) Aber war wirklich sehr interessant zu hören, was die Leute nach China treibt, wie lange manche teilweise schon hier sind und was sie bereits erlebt haben.
Über die Partyszene in Guangzhou hab ich einige Geschichten gehört, aber das muss ich selbst mal erleben, bevor ich genauer darauf eingehe ;). Kurzfassung: Sehr laute Musik, Chinesen trinken mehr als sie vertragen, sehr viele hübsche, leicht bekleidete Mädchen zur „Zierde“… Klingt jetzt vermutlich ein bisschen krasser, als es dann wirklich ist, aber ich werde in naher Zukunft mal mit einigen Deutschen fortgehen. :)

Besonders witzig war auch noch das Tischfußball. Ich saß zuerst im Kreise einiger Chinesen und irgendwann wollten die dann spielen gehen. Ich als begeisterte Tischfußballspielerin war natürlich sofort dabei und freute mich mal wieder so richtig kickern zu können. jaaa zu früh gefreut! Ich hab noch nie jemand so schlecht spielen sehen! die Regeln kannten sie sehr wohl, trotzdem traf der Ball viel zu oft das eigene Tor. Spaßig wars aber trotzdem!

Was ich auch noch unglaublich witzig fand: Eine der Chinesinnen war schon mal für 1 Monat in Heidelberg an der Uni und hat sich da bei Facebook angemeldet, wegen Kontakte knüpfen/pflegen usw. Nur, Facebook funktioniert in China ja nicht. Dann hab ich gefragt, ob es denn sowas ähnliches gebe. Ja klar: „renren“. Bitte gebt euch das Bild, das hab ich vom Handy der Chinesin abfotografiert. ich hab so gelacht. Ziemlicher Abklatsch. typisch chinesisch, die kopieren auch alles :D

Die Eigenheiten der Chinesen

Montag, 07.05.2012

Chinesen sind anders - das war zu erwarten. Aber der große Kulturschock blieb bei mir eigentlich aus. Einige Sachen sind mir natürlich trotzdem aufgefallen, die ich euch gerne erzählen möchte :). Einige Punkte sind bekannte Klischees, anderes wird für euch vielleicht neu sein.

  • Chinesen können sehr wohl ein “R” aussprechen, dafür ist aber das Englisch katastrophal. Theoretisch lernen sie es wie wir recht lange in der Schule (zumindest die jüngeren Generationen), trotzdem ist eine Konversation sehr, sehr schwierig und mühsam, bzw teilweise gar nicht möglich, da sie nicht gewillt sind eine andere Sprache zu sprechen. Somit kam es schon ein paar mal vor, dass die Chinesen einfach weggerannt sind, wenn man sie Englisch angesprochen hat.
    Ausnahme: meine Mitbewohner :) Jesca will ihr Englisch verbessern und hat sich zudem in den Kopf gesetzt Deutsch lernen zu wollen. Und Gary möchte endlichauch ein paar englische Wörter und Sätze können.
  • R-wie rücksichtslos: das find ich ganz, ganz schlimm! Besonders in der U-Bahn: Wie ich weiter unten noch beschreibe, sind diese meistens sehr gut gefüllt. und egal wie viele Leute da rauskommen, die von draußen wollen zuerst hinein. Nicht wie bei uns, wo man die Leute zuerst aussteigen lässt und schon gar nicht wie zB in Portugal, wo eine Gänsereihe gemacht wird, und einer nach dem anderen einsteigt. Oder wenn jemand auf der Straße geht und auf das Handy schaut (unglaublich wie viele Iphones hier gibt, obwohl die noch teurer sind als daheim!) oder sich gerade umdreht - die würden dich alle zusammenrennen. Genauso im Supermarkt mit dem Einkaufswagen - da wird einfach mal schnell eine plötzliche 180° Drehung gemacht, ohne zu schauen ob da jemand oder etwas „im Weg“ steht. Auch das Vordrängeln ist Standard. Das finde ich eine sehr negative Eigenschaft der Chinesen und stört mich auch ziemlich.
  • Europäer sind hier etwas besonderes. Als Carina und ich gestern sightseeing waren, hat sich einer ganz besonders darum bemüht uns genauestens abzulichten.. Mir ist das vorher noch nicht passiert (zumindest nicht, dass ich was bemerkt hätte), aber Carina, mit ihren blonden Haaren, war schon öfters Opfer von Foto-Attacken. Ansonsten fällts vor allem daran auf, dass man auf der Straße schon mal ziemlich heftig angestarrt wird. Ich glaub ich fang an zu Winken, dass sie sich ja schön blöd dabei vorkommen :D
  • Taxis und der Verkehr: Taxis sind supergünstig hier! Bin jetzt einige male gefahren (zwar nie länger als 15-20 min) und das höchste was ich bezahlt habe waren 20 Yuan = ca. 2,5€. Aber ich muss sagen, ganz geheuer ist mir das nicht! Die kurven ärgstens durch die Straßen. Straßenschilder und Ampeln sind mehr eine Empfehlung und Fußgänger sowieso minderwertig und man muss somit nicht auf sie achten:
    Bsp1: Hab ein Taxi auf der anderen Straßenseite herbei gewunken. Hat der Fahrer gedeutet, dass er zu mir rüberfährt. und zwar ist er zur nahegelegenen Kreuzung gefahren und hat mitten auf der Kreuzung, ungeachtet aller anderen Verkehrsteilnehmer, umgedreht.
    Bsp2: Blinken wird durch Hupen ersetzt. Wenn man mal auf der äußersten Fahrbahn ist und schnell abbiegen muss, wir mal ein bisschen gehupt und einfach die ganze Straße überquert. Mich wundert es, dass ich noch keinen Unfall gesehen habe. Eine gute Reaktion haben sie nämlich, dass muss man den Chinesen lassen. Weil langsam fahren tun sie definitiv auch nicht.
    Bsp3: Die meisten Hauptstraßen im Stadtinneren haben 3 Spuren. Wenn das mal nicht reicht, entsteht halt eine vierte. Besonders geeignet, um dann die Autos von links und rechts überholen zu können.
  • Andere Verkehrsmittel: Die U-Bahn hier ist total modern und sauber. In jeder Station sind die Schächte mit Glas geschützt, die beim Eintreffen der U-Bahn automatisch geöffnet werden. Wobei das hier nicht nur modern ist, sondern auch dringendst notwendig! Die Massen, die täglich v.a. während der Rush Hour, fahren ist unbeschreiblich! Man hat mich vorgewarnt, aber ich hätt so viele Leute echt nicht für möglich gehalten. Somit kann es schon des öfteren passieren, dass man nicht mehr in eine Bahn reinpasst (oder man sogar noch mehrere Züge abwarten muss) und wenn man dann mal drin ist, ist umfallen unmöglich! Seht selbst:

     das war heut in der U-Bahn. War wohl noch zu Beginn der Rush-Hour, weil letztes mal waren bestimmt doppelt so viele Leute...
  • ABM – Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen: Wie wir ja alle wissen, hat China seeehr viele Einwohner. Allein Guangzhou hat über 10 Millionen (ja, ganz Österreich und mehr leben allein in Guangzhou, der drittgrößten Stadt Chinas). Und da die Arbeitskräfte hier sehr billig sind, werden die seltsamsten und unnötigsten Arbeitsplätze geschaffen. Besonders klassisch: Im Supermarkt arbeiten MINDESTENS 3 mal soviele Leute wie zu Hause. In jedem Regal stehen welche rum. Ein paar dienen als „Marktschreier“, andere halten Tabletts zum probieren (was ja gut ist ;) ). Dann gibt’s die Flyerverteiler, die Klatscher (ja, die klatschen den ganzen Tag in ihre Hände, um auf das Geschäft aufmerksam zu machen), unzählige
    Straßenmüllleute, sehr viele Reinigungskräfte -überall, wenns regnet, gibt’s extra Personal die Säckchen für die Regenschirme verteilen und in der Ubahn stehen sie oft auch nur unnütz herum. Wir haben auch beobachtet, wie bei einem Stromausfall gleich 3-4 Handwerker gekommen sind… Die Liste würde sich noch sehr weit fortsetzen lassen.
  • Witzig ist, dass sich viele Chinesen selbst Englische Vornamen geben, da dies halt „cooler“ wirkt, bzw bei internationalen Geschäften doch auch hilfreich ist. Dabei sind sie aber auch recht flexibel, sollte ein Name nicht mehr gefallen, nennt man sich halt für die nächsten paar Monate anders ^^
  • Es stimmt, dass Chinesinnen nicht braun werden wollen. Dafür gibt’s auch extra die UV Sonnenschirme, die immer aufgespannt getragen werden. Zudem beinhalten total viele Kosmetikartikel und Duschgels aufhellende/bleichende Inhaltsstoffe. Da muss ich dann wirklich aufpassen beim einkaufen.
  • Mein toller „Fettnäpfchenführer“, den ich vorab von Lisa geschenkt bekommen habe, übertreibt in vielen Dingen (somit war ich ja eh auf alles recht vorbereitet), aber ich hab gehofft das folgendes nicht stimmt - Jedoch hab ich das nun schon einige mal beobachten können: Babys und kleine Kinder tragen sehr selten eine Windel. Stattdessen hat die Hose unten einen langen Schlitz und das Kind kann sich jederzeit niedersitzen um das Bedürfnis zu erledigen… Ich frag mich ob sie das in der Wohnung auch so machen? Ist ja wirklich in der Ubahn oder im Park schon eklig genug..


Das sind mal fürs erste ein paar Dinge, die mir hier in China aufgefallen sind.. Auf jeden Fall ist es sehr interessant die „Andersartigkeit“ herauszufinden und kennenzulernen! :) (auch wenn der Großteil diese Aufzählungen für mich einen eher negativen Eindruck gemacht haben…) Ich denke im Laufe meines Aufenthaltes kann ich da noch einige Punkte dazugeben. :)

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